Wann erfolgt die Korrektur?

Die Aktienrally hält seit Jahresbeginn fast unvermindert an. Es sind dies vor allem die Börsen der Industrieländer wie den USA, Japan und Grossbritannien, Australien, Neuseeland und die Schweiz, die bis zu zweistellige Performance-Zuwächse im bald ablaufenden ersten Quartal 2013 aufweisen. Die Schwellenländer hingegen machten bisher diese Bewegung nicht mit, im Gegenteil, sie zeigen z.T. zweistellige Verluste wie z.B. Brasilien oder Russland. Selbst der Hang Seng in China schafft es bisher nicht in den grünen Bereich, gilt China weiterhin als Wachstumsmotor für die globale Konjunktur. Die Unsicherheiten überwiegen.

Jene Investoren, die das Risiko in Kauf genommen haben und Ende letzten oder zu Beginn diesen Jahres eingestiegen sind, liessen sich vom günstigen Geld und von der Überlegung leiten, dass aufgrund von fehlenden Renditen die Aktien die einzige Anlagekategorie sei. In der Folge wurden die Anteile an Aktien in den Portfolios erhöht. Ein trügerisches Fazit, werden dadurch in unsicheren Zeiten, welche die tiefen Zinsen, die fallenden Rohstoffpreise und die erneut aufflammenden Krisen widerspiegeln, die Risiken in einem Portfolio erhöht.

Im Zeitraum von Januar bis Februar waren tatsächlich vermehrt Inflows in die Aktienmärkte zu verzeichnen. Die Volumen blieben aber im Vergleich weiterhin gering, heisst viele grosse Investoren blieben weiterhin an der Seitenlinie. Damit verpassten nicht nur sie das für alle überraschend starke bisherige Aktienrally. Nach der Endjahres-Rally im kürzlich abgelaufenen Jahr haben sich viele Investoren zurückgehalten, in der Überzeugung, dass aufgrund der weiterhin anstehenden Unsicherheiten, eine Korrektur folgen sollte. Doch diese Korrektur blieb für die Mehrheit überraschend, bisher aus.

Im Laufe diesen Monats sind vermehrt Stimmen im Markt zu vernehmen, dass eine solche Korrektur gänzlich ausbleiben wird. Aus Angst weitere Performance zu verpassen gibt es nun Investoren, die in letzter Minute noch auf den Zug aufspringen. Grund dürfte auch das anstehende Quartals-Reporting sein, in dem keine tiefe Aktienquote ausgewiesen werden soll. „Man war bei der Rally dabei.“ Die Performance wird jedoch diese Entwicklung nicht derart mitgemacht haben.

Ein solches Verhalten, dem Markt nachzurennen, birgt sehr hohe Risiken und die Wahrscheinlichkeit, dass gerade kurz vor einer Korrektur der Einstieg erfolgt. Deshalb ist dies absolut zu vermeiden. Lag man aufgrund überzeugender Argumente falsch und hat demnach sein Aktien Exposure nicht erhöht, was in diesem Fall der bessere Entscheid gewesen wäre, so ist der geeignete Zeitpunkt abzuwarten. Dann ist die Massnahmen nachzuholen, sofern dies der Ausblick dann noch rechtfertigt.

Nach den Wahlen in Italien konnte auch die Zypern-Krise diese Korrektur (noch) nicht auslösen. Mit jedem solchen Ereignis steigt jedoch die Unsicherheit bei Unternehmen und Konsumenten, die sich weiterhin mit Investitionen zurück halten. Erste Anzeichen, dass dem tatsächlich so ist, gibt es bereits. Eine schwaches Wirtschaftsumfeld, wie es derzeit vorherrscht, ist dann auf solche Szenarien sehr anfällig und ein deutlicher Rückschlag droht. Verstärken sich die Signale in den nächsten Tagen und Wochen, muss definitiv mit einer Korrektur an den Aktienmärkten gerechnet werden. Deshalb ist zu empfehlen, sich eher auf eine Korrektur als auf den Aufbau von weiteren Risikopositionen vorzubereiten.

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