SMI technisch überschossen

Der Schweizer Aktien-Index SMI hat sich seit Jahresbeginn von sämtlichen anderen Aktienindizes abgekoppelt. Die Performance liegt nach heutigem Börsenschluss bei fast 9% YTD (year to date). Die Gründe sind vielseitig:

  • Defensiver Index:
    Im Vergleich zu anderen Indizes hat der SMI mit seinen Schwergewichten Nestlé, Roche, Novartis etc. defensiven Charakter. Entscheiden sich Investoren derzeit für ein Aktieninvestment, fällt die Wahl auf eher solche Titel, um bei allfällig ansteigender Volatilität die Verluste zu minimieren;
  • Hoher Anteil an Finanztiteln:
    Nebst den oben genannten Schwergewichten enthält der SMI ein grosses Gewicht an Banken und Versicherungen. Dieser Sektor hat nach dem Entscheid über die Verlängerung zur Aufstockung der Kapitalreserven (s. Bericht vom 16.01.) zuletzt stärker zugelegt;
  • Globale Unternehmen:
    Fast alle im Index enthaltenen Unternehmen agieren global und sind somit in unsicheren Zeiten, in verschiedenen Wirtschaftsregionen agierend, breit abgestützt;
  • Dividenden:
    Der Index bietet einige Titel mit weiterhin attraktiven Dividendenrenditen, weshalb diese Titel derzeit mehr nachgefragt werden;
  • Steuerbefreite Dividendenausschüttungen:
    Schweizer Unternehmen bietet sich die Möglichkeit der Herabsetzung von Kapitalreserven mit der Ausschüttung in Form einer steuerbefreiten Dividende. In der Hoffnung, die Unternehmen wählen diese Form der Kapitalausschüttung, greifen die Investoren vermehrt nach solchen Titeln;
  • CHF:
    Der Schweizer Franken ist und bleibt als Währung der sichere Hafen. Sollte es zu neuen Turbulenzen führen, sei es durch die schlechte Entwicklung der Wirtschaft oder sollte in den USA keine Einigung bzgl. des Schuldenproblems erzielt werden, können auswärtige Investoren mit einer erneuten Erstarkung des CHFs rechnen;
  • Fehlende Alternativen:
    In den fast sämtlichen Industrieländer kommt die Wirtschaft nicht in den gewünschten (Auf)schwung. Bleiben noch wenige Länder, die davon nicht oder weniger betroffen sind (z.B. Schweiz, Neuseeland, Australien)

Die technische Analyse zeigt, dass der SMI mit dem heutigen Tag definitiv überschossen hat. Wir befinden uns mit einem RSI (Relative Strengh Index) von knapp 87 in einem sehr deutlich überkauften und fast nie erreichtenLevel. Die überkaufte Zone beginnt bei  einem Wert ab 70. Eine technische Korrektur noch diese Woche oder spätestens zu Beginn der nächsten Woche ist nun unausweichlich.

Trading Idee:
Mit einem kurzfristigen Trade kann dieses klare Verkaufssignal genutzt werden. Dazu dient ein geeigneter Put Knock-out Warrant. Allerdings wird dies nur erfahrenen Anlegern empfohlen, da die Volatilität und somit das Verlustrisiko grösser sind.

Eine andere Möglichkeit bietet sich mit einem short ETF auf den SMI. Der verfügbare Titel ist doppelt geshortet (2x short): Lyxor ETF daily 2x short on SMI (LYSSL)
Wird nur die Hälfte des im Voraus festgelegten Exposures investiert, verhält sich das Investment wieder wie ein einfacher Short.

Volatilität auf dem Tiefpunkt

Der Chart des CBOE Volatility Index on S&P 500 zeigt die Entwicklung der Volatilität an den Finanzmärkten für die Periode der letzten zwei Jahr. Diese befindet sich derzeit auf einem Tiefpunkt. Klar zu erkennen ist zudem der kurzfristig merkliche Anstieg im Dezember 2012 aufgrund der damals anhaltenden Fiscal Cliff Diskussionen.
Die Volatilität ist ein Mass für die Unsicherheit an den Finanzmärkten. Nimmt diese zu, bringt dies eine steigende Volatilität und somit stärkere Schwankungen mit meist fallenden Aktienmärkten mit sich. Wie bereits in einem vorangehenden Bericht erwähnt, kann ein Tiefststand, wie dies derzeit der Fall ist, als mögliches Anzeichen einer bevorstehenden Korrektur gewertet werden.

Gold (XAU)

Gold gerät aufs Jahresende hin wie im Jahr zuvor etwas unter Druck:

  • Kurzfristig sind Investoren etwas optimistischer:
    1. Für die Lösung der EUR-Schuldenkrise wurde wieder etwas mehr Zeit gewonnen, indem Griechenland die Auflagen für die nächste Hilfstranche erfüllt hat. Darauf folgte auch der Rating-Upgrade von Standard & Poors mit einem stabilen Ausblick.
    2. Investoren gehen von einer Lösung der „Fiscal Cliff“ aus. Dies ist auch so im Markt eingepreist. Sollte vor Jahresende keine Lösung gefunden werden, birgt dies die Gefahr von Rückschlägen.
    3. Etwas bessere Zahlen aus der Wirtschaft (China & USA) stützten den positiven Trend bei den Aktien und dem Sentiment generell während den letzten Wochen.
  • Investoren reduzieren etwas an ihren Goldbeständen auf das Jahresende hin (vgl. letztes Jahr).
  • Die Volumen sind in dieser Jahreszeit normal etwas geringer, was zu stärkeren Bewegungen führen kann.

Der Rückfall im Goldpreis auf ca. USD 1650 kann als Kaufgelegenheit wahrgenommen werden. Auch technisch gesehen bietet sich eine gute Chance für den Einstieg/ Erhöhung (s. Chart).

Vgl. hierzu auch Trading Idee vom 6. Dezember 2012

Chart Gold in USD 121221

Gewinnmitnahmen?

Setzen schon bald, noch vor Weihnachten, Gewinnmitnahmen ein?

Weltweit sind die Aktienindizes in den letzten Tagen und Wochen fast unaufhaltsam nach oben geklettert. Aufgrund der Levels könnten nun bald Gewinnmitnahmen einsetzen.

Der DAX z.B. ist bereits kurzfristig überkauft mit einem RSI (Relativ Strenght Index) über 70. Mit dem derzeitigen Momentum kann dieses Level noch etwas höher steigen, bevor der Index zu einer Konsolidierung ansetzt.

EUR knackt die 1.30 nicht

Trotz der Einigung über die nächste Zahlung an Griechenland  über EUR 44 Mrd. fällt der EUR gegenüber dem USD zurück, nachdem er heute morgen zweimal Anlauf auf die 1.3o nahm. Intraday verliert die Währung klar und schliesst bei 1.2940. Somit ist ein stetiger Kursanstieg der letzten Wochen von 1.27 auf 1.30 gestoppt und beim derzeitigen Stand ist kein Ausbruch über dieses Niveau zu erwarten.

Dies ist u.a. auch positiv für den USD/CHF, bleibt der Euro gegenüber dem CHF weiterhin in der Zone von 1.20 bis 1.21 aufgrund der festgelegten Kurslimite durch die SNB.

Die definitive Freigabe der Hilfs-Tranche für Griechenland ist auf den 13. Dezember geplant. Bis dahin müssen die einzelnen EU Länder in den nationalen Gremien die Zustimmung zu den neu beschlossenen Bestimmungen abholen. Mit sämtlichen bis zu diesem Zeitpunkt noch geführten Diskussionen kann  der EUR in den nächsten Tagen weiteren Schwankungen ausgesetzt sein.