Zurück auf Feld 1 – Wiederholung des August Szenarios?

  • Wiederholung des August-Szenarios? Panik – Kaufgelegenheit – Erholung
  • August Erholung ausgebremst
  • Grosse Verunsicherung der Investoren aufgrund des Zinsausblicks in den USA
  • Korrektur bietet erneut Chancen für Einstieg oder Zukäufe
  • Endjahresrally hat reelle Chancen
  • Timing im Jahresverlauf optimal erwischt

Das August-Szenario scheint sich zu wiederholen. Wie im letzten Monat, macht sich nach der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed unter Investoren Panik breit. Das Stimmungsbarometer zeigt bereits deutlich die Unsicherheit und ist vorübergehend bereits in den Bereich «extreme Panik» abgerutscht, in Vergangenheit meist ein verlässlicher Indikator für eine Kaufgelegenheit (vgl. Abbildung zum Stimmungsbarometer weiter unten).
Dabei wurde das Timing im August mit der Empfehlung zum Einstieg in Aktien der US-Technologie-Unternehmen und in China auch optimal getroffen (vgl. Beitrag vom 22. August 2023, «Nervosität an den Finanzmärkten – bereits leichtes Panik-Level erreicht»)
Nach der Korrektur der Aktienindizes durch den kurzfristigen Ausverkauf im August, liess sich davon ausgehen, dass der September für einmal positiver ausfallen könnte. Dies unter Berücksichtigung der verschiedenen Faktoren und dem grundsätzlich soliden Wirtschaftsausblick in den USA sowie sich stabilisierendem Umfeld in China.
Tatsächlich haben ab diesem Kauf-Zeitpunkt diese Aktien bis in den September hinein zu einer erfolgreichen Erholung angesetzt. Dies obwohl der Monat September über die Vergangenheit hinweg in der Regel als einer der schlechteren Börsenmonate gilt, bevor dann meist eine sog. Endjahres-Rally einsetzt.
Die positive Gegenbewegung wurde nach dem jüngsten Fed-Meeting mitte September abrupt gestoppt. Seither, kennen die Aktienpreise fast nur eine Richtung, nach unten. Gewisse Titel werden innerhalb nur weniger Tag massiv abgestraft und notieren teilweise zwischen 20 bis 30% unter ihrem im Jahresverlauf erzielten Höchststand.
Aussagen durch den US-Notenbank Chef, Jerome Powell, befeuerten wie zuletzt im August Unsicherheiten über den weiteren Zinsverlauf, insbesondere jener in den USA. Investoren reagierten zuerst mit Nervosität, unterdessen hat sie ein wahrscheinliches Zins-Szenario in Panik versetzt. Die Marktteilnehmer befürchten, dass die US-Notenbank Fed dieses Jahr nochmals die Zinsen um 0.25% erhöhen könnte. Ebenso befürchten sie, dass die Fed die Zinsen wohl erst später als bisher angenommen beginnen würde zu senken, womöglich erst in der zweiten Jahreshälfte von 2024.

US-Techbörse Nasdaq – bisher optimales Timing
Rückblickend schien vorerst der im August gewählte Zeitpunkt für den Einstieg bzw. für eine Aufstockung bei den US-Technologie-Aktien optimal getroffen worden zu sein. Wie ich angenommen habe, hat die Erholung tatsächlich auch eingesetzt. Jedoch wurde die Erholung mit den erneut aufgeflammten Zinsängsten abrupt ausgebremst und wir befinden uns heute wieder auf ähnlichem Niveau wie damals im August. Gewinne habe ich in dieser Gegenbewegung keine realisiert. Das Aufkommen der Zinssorgen und das damit verbundene Ausmass der Korrektur war doch eher überraschend und nicht wirklich nachvollziehbar. Es sind nicht wirklich Neuigkeiten, die das Marktbild und somit die grundsätzliche Einschätzung völlig verändern würden.

Hat man den August-Einstieg verpasst, ergibt sich nach heutiger Einschätzung nochmals eine Möglichkeit, eine Position in US-Technologie-Unternehmen einzugehen. Diese Aktien sind unterdessen überverkauft, weshalb, wie im August, eine kurzfristige Erholung sowie mittelfristig weitere Kurssteigerungen erwartet werden dürfen.

Die Haupt-Index-Treiber sind bzw. die Haupt-Performance des Nasdaq-Index, welcher die Entwicklung der US-Technologiewerte abbildet, stammen von den Index-Schwergewichten wie Amazon, Google, Microsoft, Invidia, Netflix, Apple sowie Meta. Nach deren Korrektur bietet sich auch bei diesen Titeln erneutes Potenzial. Wobei es sich als Privatanleger lohnt, nicht auf einzelne dieser Titel zu setzen, sondern via ETF auf den breiten Nasdaq am Erfolg dieser Unternehmen zu partizipieren. Alleine die 10 grössten Unternehmen machen nämlich bereits rund 60% im Index aus. Mit der Umsetzung via ETF lassen sich sowohl Transaktionskosten sowie je nach Paket, auch Depotgebühren sparen und der Anleger ist mit einer einzigen Kauf-Transaktion breit in diesem Sektor diversifiziert.

Betrachten wir den Nasdaq Index-Verlauf im Jahreszeitraum, lässt sich erkennen, dass es bisher doch sehr gute Einschätzungen bei den Investment-Entscheiden gab, verbunden mit einem optimalen Timing.
Die jeweiligen Einschätzungen habe ich in den einzelnen Beiträgen auf diesem Blog ETFMandate zu gegebenem Zeitpunkt verfasst und publiziert.

Chart Nasdaq Comp Index (1 Jahr)
Quelle: Yahoo Finance, 28. September 2023

Markieren wir dieselben Zeitpunkte im Stimmungsbarometer, dem sog. Fear & Greed Index, erkennen wir, dass dieser für ein gutes Timing beim Investment-Entscheid beiträgt. Es ist einer von mehreren Indikatoren, der beim Investment-Entscheid einbezogen wird. Sich nur auf diesen Hinweis zu stützen, ist nicht zu empfehlen. Phasen, indem das Stimmungsbarometer Panik oder Euphorie anzeigt, können manchmal über eine längere Periode anhalten.

Stimmungsbarometer: Fear & Greed Index im Zeitverlauf (1 Jahr)
Quelle: CNN Business, 28. September 2023


China
Seit dem ersten Erholungsversuch von chinesischen Aktien ende August hat sich am Bild in China grundsätzlich nichts Wesentliches verändert. In einzelnen Schritten unterstützen die chinesische Regierung und Zentralbank mit gezielten Massnahmen und Eingriffen die Wirtschaft um diese wieder anzukurbeln. Ein Risiko bleibt, dass der für China zentrale Immobilien-Sektor, welcher immerhin einen Viertel zur Wirtschaftsleistung beiträgt, vollständig kollabiert. Grund sind der seit fast seit 2 Jahren wankende Immobilien-Gigant Evergrande, welcher gewissen Rückzahlungen von Schulden zwischenzeitlich nicht bedienen konnte, zusammen mit weiteren Immobilien-Grosskonzern Country Garden, welcher auch Mühe bekundet die Gläubiger rechtzeitig zu bedienen.

Dies könnte tatsächlich nochmals einen kurzfristig starken Taucher auslösen. Jedoch ist das Interesse der Regierung äusserst gross, den Kollaps zu verhindern, würde sonst zu viel auf dem Spiel stehen, indem Ansehen und Glaubwürdigkeit einen merklichen Kratzer erleiden würden.

Die Einstellung der Investoren gegenüber Aktien dieser Wirtschaftsmacht ist weiterhin derart negativ, dass ein weiteres Abwärtsrisiko doch eher begrenzt ist. Dies widerspiegelt sich unter anderem auch in der Bewertung zahlreicher chinesischer Unternehmen. Insbesondere die Tech-Giganten, u.a. und nicht abschliessend, Alibaba, Baidu, Tencent, Pinduoduo, JD.com etc. sind im Vergleich zu ihren zuletzt publizierten Ergebnissen, Erfolgs-Aussichten und insbesondere zu ihren amerikanischen Konkurrenten doch sehr günstig bewertet.

Auf den heutigen Niveaus bietet ein ETF auf diese Technologie-Werte mittel- bis längerfristige Anlagechancen sowie auch Chancen, nach der über die letzten Wochen erfolgten Korrektur, auch von einer kurzfristigen Kurserholung zu profitieren.

Chart China Internet ETF im Zeitverlauf (1 Jahr)
Quelle: Yahoo Finance, 28. September 2023

Generell bietet der breite chinesische Markt, ebenfalls via Kauf eines ETFs, mittel- bis langfristiges Kurspotenzial aufgrund derselben Faktoren. Internationale Investoren werden erst dann in diesen Markt zurückkehren, wenn sich die Stimmung in der Wirtschaftsregion weiter aufhellt. Ist der Anleger bereits positioniert, profitiert er von dem positiven Schub, der alsdann zu erwarten ist.

Chart Hang Seng Index im Zeitverlauf (1 Jahr)
Quelle: Yahoo Finance, 28. September 2023


Leise Gewinner – Energietitel
Energie-Titel sind die stillen Gewinner der letzten Monate. Mit dem steigenden Ölpreis, der sich der Marke von USD 100 nähert, sind auch die Kurse von Ölkonzernen gestiegen, jedoch nicht so stark wie der Preis des Rohstoffes Öl selbst. Verharrt der Ölpreis mit dem positiven Wirtschaftsausblick auf diesem Niveau oder steigt dieser sogar weiter, bietet sich tatsächlich weiteres Kurspotenzial in diesem Sektor.

Chart Crude Oil Preis seit Jahresbeginn (YTD)
Quelle: Yahoo Finance, 28. September 2023

Während der globalen Bankenkrise im März 2023 haben auch die Aktien in diesem Sektor stark und überdurchschnittlich gelitten. Ich habe deshalb damals einerseits mit einem Sektor-ETF meine Positionierung in diesem Sektor ausgebaut und über einen Zeitraum von weiteren 2 Monaten mit weiteren Zukäufen von Einzeltiteln ergänzt.
Diese Titel sorgten in den letzten Wochen doch für einen willkommenen positiven Performance-Beitrag neben den doch stark korrigierenden Technologie-Titel.

 

Fazit: Endjahresrally hat reelle Chancen
Der Markt ist aktuell stark geprägt von der Investoren-Stimmung, welche wie oben beim Stimmungsbarometer ersichtlich, sehr negativ ausfällt. In solchen Phasen entkoppeln sich gewisse Marktbewegungen den aktuell gegebenen Faktoren. Irrationales Investoren-Verhalten ist durch mehrere Merkmale ersichtlich. Legt sich die Unsicherheit und somit die Panik der Investoren, gibt es durchaus Potenzial, dass die Märkte eine Endjahres-Rally erfahren. Die Früh-Indikatoren für Wirtschaftsaussichten bleiben in den USA intakt, in China erholen sie sich langsam. In Europa befinden sich diese auf tieferem Level, haben aber auch das Potenzial sich zu erholen.

Aus meiner Sicht legen Investoren aktuell viel zu viel Gewicht auf die potenziellen, jedoch nur noch im kleinen Rahmen ausfallenden Veränderungen der Zinsen. Fakt ist, dass Zinsniveau ist vergleichsweise zu den letzten Jahren hoch. Doch die Wirtschaft und Unternehmen scheinen tatsächlich gut damit umgehen zu können. Die im grösseren Stil ausfallenden Refinanzierungsrunden folgen erst ab dem Jahr 2025. Aktuell profitieren die meisten Unternehmen noch von den in der Vergangenheit eingeloggten tiefen Zinsen auf ihren Schulden. Die Wirtschafts-Indikatoren sind robust und Anzeichen für eine Rezession in den USA gibt es vorerst keine.

Ein steigender Ölpreis ist zudem ein Anzeichen, dass die Nachfrage nach diesem Rohstoff hoch ist, was wiederum auf eine weiterhin florierende Wirtschaft in den USA bzw. anziehende in China hindeutet. Saudi-Arabien hat die Ölförderung bereits mehrere Monate gedrosselt. Signalisiert das Land die Aufhebung bzw. Ausweitung der Ölförderung kann dies für Entspannung bei den Ölpreisen sorgen.
Es ist genau dieser steigende Ölpreis, welcher die Analysten bangen lässt, dass die unterdessen mehrheitlich eingedämmte, sich dennoch auf etwas erhöhtem Niveau befindende Inflation, durch höhere Energiekosten für Industrie und Private erneut aufflammen und somit eine ansteigende Zinsspirale nochmals anheizen könnte.

Aktuell eher absurd, positive Wirtschaftsdaten werden der jetzigen Marktphase von den Investoren negativ ausgelegt. Dies aufgrund der vorherrschenden Ängste, dass die Zentralbanken die Zinsen evtl. nochmals leicht anheben könnten resp. eine Zinssenkung vorerst nicht zu erwarten ist.
Im Gegenzug folgt auf publizierte Wirtschaftsdaten mit negativem Charakter ein Kursplus bei Aktien und fallende Zinsen und somit ein Kursplus bei Obligationen.

Solche Marktphasen gibt es immer wieder. Es gilt diese richtig einzuordnen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Grundsätzlich bieten solche Phasen gute Möglichkeiten sich im Markt entsprechend zu positionieren und damit einen weiteren Anlageerfolg und Vermögenszuwachs zu erzielen.

Bank Run sorgt für Beben an Finanzmärkten – Erinnerungen an 2008 – kommt es zum Flächenbrand?

Ein kaum in diesem Ausmass für möglich gehaltener Bank Run in den USA sorgt für ein regelrechtes Beben an den Finanzmärkten. Kommt es nach den Schliessungen von 3 Finanzinstituten in den USA innerhalb von wenigen Tagen nun zum globalen Flächenbrand? Die Situation setzte sogleich Anlegerinnen und Anlegern in Panik und lässt Erinnerungen an die Finanzkrise vor 15 Jahren aufkeimen. Auch damals, im Jahr 2008, sind nach diversen Bankenpleiten, die bekannteste darunter u.a. Lehman Brothers, Finanzmärkte in Schieflage geraten. Staatliche Interventionen und die Rettung einiger Institute waren notwendig, um den totalen Kollaps zu verhindern.

 

Silvergate, Signature und Silicon Valley Bank
Nachdem am letzten Mittwoch die auf Kryptowährung spezialisierte Silvergate Bank den Geschäftsbetrieb eingestellt hatte, folgte noch in derselben Woche die Nummer 16 unter den Banken in Amerika. Für einmal sorgten nicht die Technologiewerte aus dem Silicon Valley für Schlagzeilen, die die Investorengemeinde aufhorchen liess, sondern das gleichnamige Bankeninstitut. Immerhin wies das Institut ein Volumen von 209 Mrd. US Dollar an Vermögenswerten auf. Aufgrund von kurzfristig hohen Abflüssen von Kundengeldern sah sich die Silicon Valley Bank gezwungen, in ihren Büchern gehaltene, vermeintlich sicher Staatsanleihen zu liquidieren. Aufgrund der zwischenzeitlich gestiegenen Zinsen verloren die Papiere seit ihrem Kauf jedoch an Wert, weshalb daraus insgesamt ein Verlust von über 1.8 Mrd. US Dollar für die Bank resultierte. Am Donnerstag versuchte das Management mittels einer notfallmässig aufgelegten Kapitalerhöhung im Volumen von USD 2.25 Mrd. die Situation zu stabilisieren. Noch am selben Tag reagierte die Aktie derart negativ und ging mit einem Verlust von über 60% aus dem Handel, die Kapitalerhöhung gescheitert. Am Freitag reagierten die US-Finanzbehörden und schlossen das Geldhaus. Die US-Einlagensicherungsgesellschaft FDIC gab bekannt, dass die gesamten Kundengelder, auch jene über den obligatorischen USD 250’000 gedeckt sind.
Die Märkte schien dies vorerst zu beruhigen. Jedoch folgte am Montag morgen früh bereits die nächste Hiobsbotschaft mit der Schliessung der New Yorker Signature Bank, ebenfalls eher auf das Kryptogeschäft fokussiert. Auch bei ihr haben die Kunden aus Angst um ihr Vermögen innerhalb von wenigen Stunden Liquidität im grossen Umfang abgezogen, weshalb die Bank in einen Liquiditätsengpass geriet. Heutzutage haben Bankkunden die Möglichkeit den Vermögenstransfer im grossen Stil mit wenigen Klicks via Online-Banking und Mobiltelefon von überall auf der Welt in wenigen Sekunden auszuführen. Im Normalfall für Banken kein Problem, haben sie stets einen genügend hohen Liquiditätspuffer. Sorgen jedoch Gerüchte und Tweets für Verunsicherung und stellen die Stabilität des Geldhauses in Frage, kann es, wie nun erlebt, schnell zum unerwünschten Kollaps kommen. Daraus ist einmal mehr ersichtlich, wie wichtig die Schlüssel-Komponente Vertrauen im Banking ist.

 

Panik im Bankensektor – Gefahr von weiteren Schliessung
Noch während den letzten Tagen und Wochen sorgten sich Anleger um die weiterhin hoch verharrenden Inflationszahlen und die daraus folgenden möglichen weiteren Zinsschritte der Zentralbanken. Die Frage stellte sich, schaffen die Zentralbanken in den USA und Europa erfolgreich die Gratwanderung. Heisst, bewältigen sie erfolgreich den Spagat zwischen weiteren Zinserhöhungen aufgrund der anhaltend hohen Inflation und im Gegenzug abnehmender Wachstumsraten in der Wirtschaft, ohne dass diese in die Rezession abrutscht, ein sog. Soft Landing.

Doch nun wurden innerhalb von nur 5 Tagen 3 Geldinstitute in den USA geschlossen um die Vermögenswerte der Kunden zu sichern. Manch Finanzmarkt-Teilnehmer wähnt sich nun an die Finanzkrise 2008 resp. die Euro-Krise im 2010 erinnert. Das Vertrauen in den Bankensektor ist massiv angespannt. Die Gefahr eines weiteren Bank Runs könnte drohen. Dies nicht nur in den USA, sondern möglicherweise auch in Europa, weshalb die Anlegerinnen und Anleger aktuell gebannt den globalen Bankensektor im Blickpunkt haben. Die Frage stellt sich, in welchem Geldinstitut lauern welche Risiken und würde der nächste fallende Dominostein das Potenzial haben einen Flächenbrand auslösen und das globale Finanzsystem in Schieflage bringen. Bis Investoren bessere Klarheit haben, trennen sie sich mit Panikverkäufen von Bankentiteln, was sich bis fast zuletzt in massiven Kurseinbrüchen widerspiegelte.

Massive Kurseinbrüche von über 10% in wenigen Tagen bei den globalen Banken
MSCI World Bank Index (1 Jahr) – Quelle: MarketScreener.com, 13. März 2023

 

Etliche Stress Barometer schlagen Alarm
Sämtliche Indikatoren welche den Puls der Finanzmärkte messen, zeigen zum Teil heftige Ausschläge und deuten auf eine äusserst angespannte Marksituation hin. So ist der bereits in früheren Beiträgen auf ETFMandate erwähnte Fear & Greed Index innerhalb weniger Tage von einem «Greed»-Level (Gier) auf ein «Extrem Fear» (extreme Panik) gefallen.

Fear & Greed Index im Zeitverlauf (1 Jahr)
Quelle: CNN Business, 27. September 2022

Hohe Volatilität
Ein weiteres Unsicherheits-Barometer ist der sog. VIX-Index, ein Grad für die Volatilität und somit Ausmass der Schwankungen an den Finanzmärkten. Ein hoher Wert signalisiert eine unruhige und angespannte Marktsituation bis hin zu Panik. Seit den Neuigkeiten um den Kollaps der Silicon Valley Bank während den letzten drei Handelstagen zeigt auch dieser Index markante Ausschläge. In der Grafik unten entspricht ein Balken einem Handelstag. Der Index sah letztmals im September und Oktober 2022 dieselben hohen Stresslevels, jedoch weit weniger intensiv wie die untenstehende Grafik zeigt. Die grosse Spannweite innerhalb eines Handelstages während den letzten 3 Tagen (Balken inkl. schwarze Linie) und somit ein Zeichen der Panik ist deutlich erkennbar.

CBOE VIX Index seit September 2022 – 1 Balken inkl. schwarze Linie zeigt die
Schwankungsbreite des Index innerhalb eines Handelstages
Quelle: Investing.com, 13. März 2023

Gefragte US-Staatsanleihen
Anleger flüchten in US-Staatsanleihen, welche sich bei Anlegern für die Diversifikation im Portfolio als sicheren Hafen erweisen. Durch die hohe Nachfrage an US-Staatsanleihen, sog. US-Treasuries, ist die Rendite der 10-jährigen Anleihe, innert nur wenigen Tagen von über 4 auf 3.5% gesunken. Eine Bewegung der Zinsen in dieser Grössenordnung in einer so kurzen Zeitspanne ist eher selten und nur bei Krisensituationen auszumachen.

Rendite 10-jährige US-Treasury – Verlauf seit 6 Monaten
Quelle: CNBC.com, 13. März 2023

Yen und Schweizer Franken Währung gesucht
Typisch für eine solch angespannte Marktsituation ist, dass auch gewisse Währungen starken Schwankungen unterliegen. Der Japanische Yen und der Schweizer Franken gelten beide seit jeher als sichere Währungen und werden in solchen Momenten stark gesucht. So haben beide in den letzten beiden Tagen gegenüber den wichtigen Währungen wie US-Dollar und Euro stark an Wert gewonnen.

 

Fazit
Bereits ende letzter Woche und übers Wochenende hinweg setzten die US-Behörden alles daran, eine Ausbreitung der Krise und somit den Flächenbrand zu verhindern. Die Institute selbst werden zwar nicht gerettet. Damit verlieren die Aktionäre und Obligationäre ihr Geld bzw. wohl einen wesentlichen Teil ihres Investments. Gleichzeitig haben die US-Finanzbehörden garantiert, dass sämtliche Kundenvermögen über den US-Einlegerschutz FDIC gedeckt sind. Mit diesem Signal soll ein zusätzlicher Bank Run auf ein weiteres Finanzinstitut verhindert werden.

Die Marktteilnehmer fragen sich aktuell jedoch, ob die gegenwärtige Situation als einen einzelnen Dominostein angesehen werden kann, der umgefallen ist, ohne jedoch weitere mitzureissen. Oder könnten dadurch am Ende weitere Geldhäuser durch einen weiteren Bank Run angesteckt werden und damit in eine ähnliche Notlage geraten.

Fakt ist, dass die Anspannung im Bankensektor akut ist. Unterdessen stellt sich wieder die Frage des Vertrauens resp. Misstrauens zwischen den Banken untereinander. Niemand weiss genau welche Bank exakt welche Risiken gegenwärtig in ihren Büchern hat und ob eine unter ihnen in eine ähnliche Liquiditätskrise abrutscht wie dies bei der Silicon Valley Bank der Fall war. Die Zentralbanken sind alarmiert und stellen falls notwendig den Banken die notwendige Liquidität kurzfristig zur Verfügung.

Einen erneuten Kollaps des Finanzsystems können sich die Industrienationen rein schon aus Imagegründen nicht leisten und schon gar nicht aufgrund ihrer vorherrschenden Staatsfinanzen und ihren Schuldenbergen. Die US-Finanzbehörden taten bislang ihr Bestes um sofortige Eindämmung der Eskalation und Verhinderung eines Flächenbrandes in und ausserhalb den USA.

Was bleibt, ist das Dilemma der Zentralbanken, welches sich nach den letzten Ereignissen nun noch zugespitzt hat. Ein sorgfältiges Abwägen über die nächsten Zinsschritte ist zwingend angebracht. Die Ereignisse werden die Märkte auch in naher Zukunft prägen, weshalb mit weiterhin grösseren Kursschwankungen zu rechnen ist.

 

Mein Portfolio
Sind die Finanzmärkte in Panik, heisst es besonders gut hinzuschauen, bevor der nächste Investment-Entscheid gefällt wird. Gleichzeitig kann man mit den richtigen Schlussfolgerungen und gezieltem und äusserst zeitnahen Handeln, von den kurzfristig resultierenden Chancen an den Aktienmärkten profitieren. Gewiss sind damit auch durchaus Risiken verbunden. Es ist nicht immer abschätzbar, wie lange der Panikmodus anhält und somit die Märkte und Investoren ihren irrationalen Modus beibehalten.
Gemäss Schlussfolgerung ist in der aktuellen Situation und derzeitigem Kenntnisstand ein Flächenbrand eher unwahrscheinlich. Somit erscheinen gewisse Kurskorrekturen und derart tieferen Bewertungen von Firmen nun eher ungerechtfertigt. Jedoch muss weiterhin auch in den kommenden Tagen und Wochen von grösseren Kursschwankungen ausgegangen werden.

Wie im Beitrag vom 17. Januar 2023, Kursfeuerwerk zum Jahresstart! Geht die Party weiter?, im letzten Abschnitt erwähnt, durfte nach dem starken Rally zu Jahresbeginn und der damaligen Ausgangslage davon ausgegangen werden, dass an den Märkten ein besserer Einstiegszeitpunkt eintreten könnte. Zeichnen die zahlreichen Stress-Barometer wie oben im Beitrag erwähnt auf entsprechende Marktverwerfungen bis hin zu Panik auf, boten sich in der Vergangenheit oft in einem solchen Umfeld gute Kaufgelegenheiten bei Aktien.

1. Vorsichtige Anleger: Langfristig Qualitäts- und Dividenden-Titel
Gerade in vorherrschenden Paniksituationen wie die aktuelle, bieten sich meist gute Chancen für selektive Zukäufe. Mit Panikverkäufen trennen sich Investoren in grossen Mengen von Aktien, egal welcher Qualität. Solide Titel mit gesundem Business Modell und attraktiven Dividenden verzeichnen dann ebenso hohe Kursverluste. Hier bieten sich im gegenwärtigen Umfeld Chancen für (Zu)-Käufe, sei es durch Selektion einzelner Titel oder über eine einzelne Transaktion via ETF, der dieses Investment Thema abdeckt. In meinem Portfolio habe ich dies in den letzten beiden Handelstagen entsprechend umgesetzt.

2. Mutige Anleger: Banken- und Finanztitel
Für etwas risikofreudigere Aktienanleger, die ebenso nicht von einem Flächenbrand im Bankensektor ausgehen, kaufen nun sowohl in den USA wie auch in Europa solide Banken-und Finanztitel hinzu, welche in den vergangenen Tagen massive Kurseinbrüche z.T. von 10-20% erlitten haben.
Nebst den bestehenden Banken und Finanztiteln wurden einige wenige Zukäufe von Einzeltiteln getätigt. Vielmehr habe ich für den kurz- bis mittelfristigen Investmenthorizont, das Portfolio mit Sektor-ETFs auf Banken, welche sich im Markt anbieten, ergänzt. Einerseits einen ETF, der den Euroraum als Region abdecken bzw. jener, der in US-Banken investiert.

3. Technologiewerte
Auch Technologiewerte mussten in den vergangenen Tagen und Wochen Federn lassen aufgrund gestiegener Zinsen. Nun gewinnen aber Technologiewerte relativ gesehen an Attraktivität. Einerseits bleiben sie von einer Bankenkrise eher verschont. Andererseits beginnen sie von bereits gesunkenen Zinsen zu profitieren. Gewisse Marktstrategen gehen zudem nach den jüngsten Ereignissen davon aus, dass die Zentralbanken ihre nächsten Schritte einer Zinserhöhung aussetzen könnten. Aufgrund der aktuell weiterhin hohen Inflation ist dies jedoch mit Vorsicht zu geniessen. Genau hier zeigt sich erneut das Dilemma der Zentralbanken.
Zur einfachen Implementierung wurde der bereits vorhanden ETF auf US Technologiewerte entsprechend aufgestockt.

4. Geübte Anleger: Verkauf von Volatilität
Nach dem starken Anstieg des VIX-Index können jene Anleger, die von einer Beruhigung der aktuell angespannten Situation ausgehen, mit dem Verkauf von Volatilität profitieren. Sie erwarten somit sinkende Indexlevels beim VIX. Eine Möglichkeit dies umzusetzen ist der Kauf eines ETFs, der genau diese fallende Index-Kurse abbildet, ein sog. Short ETF. Eine solches Short-Produkt ist jedoch nur sophistizierten Anlegern zu empfehlen sowie für einen kurzfristigen Investmenthorizont geeignet und wurde entsprechend so im Portfolio implementiert.

Ähnliches wäre auch möglich mit dem Schreiben bzw. Verkauf von Put-Optionen. Aufgrund der bereits zahlreichen Transaktionen wurde jedoch aktuell darauf verzichtet, weshalb diese Strategie erst in einem späteren Beitrag weiter ausgeführt wird.

Ein verlorenes Jahr für Anleger? Der andere Jahres-Rückblick – die Chancen

    Quick Intro:
  • Wie stark hat Ihr Portfolio im Jahr 2022 gelitten?
  • War die Verlustbegrenzung während Marktturbulenzen ein Thema? Timing für eine Absicherung, sog. Hedge, wäre entscheidend. Hürden für Privatanleger sind gross, weshalb eine Absicherung oftmals nur von wenigen professionellen Anlegern richtig genutzt wird.
  • Etliche Chancen im Jahr 2022 an den Börsen Geld zu verdienen und insgesamt eine positive Rendite zu erzielen, auch wenn das eigentliche «Grundportfolio» und Aktien mit einem langfristigen Anlagehorizont z.T. deutlich Federn liessen.
  • 5 Beispiele der wichtigsten Investment Calls, die in meinem Portfolio für ein positives Anlageergebnis im Jahresverlauf gesorgt haben:
    – Technologietitel: Stimmungsbarometer für Kauf- und Verkaufssignal
    – Energie
    – Dividendentitel
    – China
    – US Dollar
  • Der Schlüssel zum Erfolg: aktives Verfolgen der Märkte und Handeln, gerade in Zeiten volatiler Märkte entscheidend. Somit war das Timing der Umsetzung sowohl beim Kauf wie auch beim Verkauf massgebend (vgl. dazu die untenstehenden Beispiele und ihre Performance-Charts).
  • In naher Zukunft sind solche Investment-Calls über einen separaten Kanal per Echtzeit zugänglich. Damit lässt sich von meinem Know-how und langjährigen Erfahrungen profitieren. Mit einer Registrierung des kostenlosen Newsletters werden schon bald weitere Details über das Angebot bekannt.


Das Jahr 2022, ein Verlustreiches Jahr für viele Anleger

Ein äusserst bewegtes Jahr ging für Anleger zu Ende. Der bis zum Tag des Ausbruchs hin noch für unmöglich gehaltene Beginn eines Ukraine-Krieges sowie unzählig weitere News, Ereignisse und Einflussfaktoren wie der rasche Anstieg der Inflation welche dann für ein starkes Drehen der Zentralbanken an der Zinsschraube sorgten, führte an den Finanzmärkten immer wieder zu heftigen Schwankungen. Schlussendlich resultierten bis ende Jahr starke Kursrückschläge sowohl bei Aktien wie auch bei Obligationen. Dass beide Anlagekategorien gleichzeitig derart stark Federn lassen ist ein äusserst seltenes Phänomen. Sowohl globale Aktien- wie Bondindizes verloren im Schnitt mehr als 15%, die Technologiewerte, sprich der Nasdaq Index in den USA korrigierte sogar um über 33% im Jahresverlauf.

Kurz nach Jahreswechsel erhielten nun die Anleger ihre Auszüge und Reportings zu ihren Depots bzw. ihren Investment Mandaten. Die darin gedruckte Performancezahl wird bei den meisten von ihnen kaum grosse Freude bereiten. Nach etlichen erfolgreichen Jahren für die Anleger, fielen die Ergebnisse für das Jahr 2022 wohl mehrheitlich tiefrot, sprich mit einem negativen Vorzeichen im zweistelligen Bereich, im Schnitt zwischen -10 bis -20%, aus.
Dies gilt nicht nur für Aktienanleger. Selbst konservative Anleger mit einem gewissen Fokus auf Anleihen, mussten wohl höhere Einbussen auf ihren Depotwerten verzeichnen. Stark steigende Zinsen sorgten nämlich für schon lang nicht mehr gesehene grössere Kurskorrekturen bei den Zinspapieren, eine normale Folge der steigenden Zinsen.

Verlustbegrenzung mittels Absicherung sog. Hedge?
Die Verlustbegrenzung bzw. negative Performance des langfristig ausgerichteten Grundportfolios aus Aktien hätte nur mit der zeitlich optimal abgestimmten totalen Absicherung, einem sog. Hedge, vermieden werden können, oder durch zusätzliche Wetten auf weitere Kurskorrekturen anhand von Leerverkäufen, sog. Short-Positionen oder mit dem Kauf von Put-Optionen. Diese Möglichkeiten werden jedoch nur von einer geringen Anzahl von professionellen Anlegern genutzt. Dies erfordert grosses Know-how und auch die Voraussetzung überhaupt, Short-Positionen eingehen zu können. Dies wird privaten Anlegern kaum über ihre normalen Banklösungen angeboten.
Aspekte wie, dass sich Short ETFs (ETFs die auf fallende Kurse setzen) nur bedingt eignen, oder weshalb die vorübergehende totale Liquidation eines Portfolios sich in solchen Momenten nie lohnt, werden bestimmt in späteren Beiträgen auf ETFMandate noch ausführlich thematisiert.

Die Chancen im Jahr 2022 an der Börse Geld zu verdienen
Wer nun hier einen Jahresrückblick mit Auflistung der wichtigsten Ereignisse erwartet, möchte ich an dieser Stelle an die unzähligen Artikel in der Presse und Reports von Banken verweisen.
Vielmehr möchte ich anhand einiger Beispiele aufzeigen, dass der Markt, insbesondere bei Aktien, über diesen herausfordernden Zeitraum verteilt, auch Chancen geboten hat. Die einen über eine gewisse Zeitperiode hinweg, die anderen eher von kurzfristig Natur, welche ein aktives Verfolgen, Erkennen der temporären Opportunität und die entsprechend zeitnahe Reaktion und Umsetzung mit den richtigen Anlagebausteinen erforderten. Anhand dieser positiven Performance-Beiträge, liess sich für das Jahr 2022 eine zu fest negative Performance über das Gesamtportfolio vermeiden oder sogar bis hin zu einer positiven Rendite erzielen.
Mit den richtigen Schlüssen und Umsetzung der sich bietenden Investment-Chancen lohnt sich somit insbesondere in volatilen Märkten eine aktivere Bewirtschaftung des Portfolios.

 

Beispiel 1: Stimmungsbarometer bietet Kauf- und Verkaufssignale
Mit den Börsenturbulenzen begann ein in den letzten Jahren eher weniger beachtete Indikator an Bedeutung zu gewinnen. Es ist dies der sog. Sentiment Index, welcher die Stimmung der Anleger misst. In einem früheren Blog-Beitrag auf ETFMandate (Stimmungsbarometer mit Kaufsignal – Zeit für die Rückkehr aufs Börsenparkett im grossen Stil?) wurde dies bereits ausführlicher thematisiert.

In Schwankungsanfälligem Umfeld, wie dies über das Jahr 2022 der Fall war, gibt dieser Index oftmals gute Signale für kurzfristige Investmententscheide. Kaufgelegenheiten entstehen, wenn die Stimmung am Markt in Panik Modus verfällt. Der Index befindet sich auf einem Tiefpunkt (Feb/Mrz, Mai/Jun und Sep/Okt)Es gilt dann meist einen Tag mit immensen Kursverlusten abzuwarten. Dagegen lohnen sich meist Gewinnmitnahmen bei absoluter Euphorie, welche der Index bei seinen Höchstständen markiert (vgl. Indexverlauf Fear & Greed Mrz/Apr, Aug).
Um solche kurzfristigen Chancen am besten zu nutzen, lohnt es sich auf schwankungsanfällige Sektoren und Titel zu fokussieren, wie dies bei sog. Wachstums-Titeln bzw. Technologiewerten der Fall ist. Gleichzeitig besteht natürlich das Risiko von proportional grösseren Verlusten, sollte man bei seinem Investment Entscheid falsch liegen.
Bei einem kurzfristigen Zeithorizont lohnt es sich die Transaktion über ein diversifiziertes Investment-Produkt wie dies u.a. ETFs auf den Technologie Index bieten, effizient und kostengünstig umzusetzen.

Fear & Greed Index im Zeitverlauf (1 Jahr)
Quelle: CNN Business, 9. Januar 2023 
Chart Nasdaq Comp Index (Periode: 1 Jahr)
Quelle: Yahoo Finance, 9. Januar 2023

Investment Call:
Positiv: Timing der Käufe optimal, in 3 Perioden an Tagen mit stark fallenden Kursen (Feb/Mrz, Jun, Okt); Gewinnmitnahmen nach positiver Performance (Mrz-Apr, Jul-Aug);
Negativ: Nur Teilverkauf im August 2022, Rebound Oktober kleiner ausgefallen als erwartet;
Aktuell: im Oktober eingegangenes Exposure kaum verändert; kleine Zukäufe ende Dezember und Januar 2023 im Technologiesektor;
Risiko: mittel bis hoch, da volatiler Sektor; sollten die Zinsen weiter steigen sofern die Zentralbanken weiter an der Zinsschraube drehen, leidet dieser Sektor überproportional, im Gegenzug bei stagnierenden bzw. sogar fallenden Zinsen bietet dieser ein grösseres Erholungspotenzial;

 

Beispiel 2: Übertreibungen bieten Anlagechancen – der negative Ölpreis
Die Übertreibungen im Energiesektor nach unten erzielten ihren Höhepunkt im Jahre 2020 als die Kontrakte für Öl nach Ausbruch der Corona-Pandemie plötzlich ein negatives Vorzeichen aufwiesen. Hiess, der Verkäufer von Öl bot dem Käufer eines Öl-Kontrakts Geld dafür, ihm sein Öl abzunehmen.

Der Energie-Sektor hat bereits im Vorfeld im Zusammenhang der sinkenden Ölpreise gelitten. Zudem haben sich Investoren aufgrund der Aspekte über die Diskussionen um die Nachhaltigkeit und die allgemeine Strategie weg von den fossilen Brennstoffen aus diesem Sektor verabschiedet. Gewisses Potenzial aufgrund dessen, dass der Ausstieg nicht von heute auf morgen geschehen kann, dass an diesem Markt eine gewisse Übertreibung vorherrscht und dass die Bewertungen einzelner Ölfirmen unterdessen sehr günstig geworden sind, erkannte auch Star Investor Warren Buffet und baute über seine Investment Gesellschaft Berkshire Hathaway u.a. mit der Beteiligung an Occidental Petroleum seinen Anteil im Energie Sektor weiter aus. Dabei war nicht voraussehbar, dass fast 2 Jahre später, mit dem tragischen Beginn des Ukraine-Krieges, dieser Investment-Call derart an Bedeutung gewinnt.

Mit diesen öffentlich zugänglichen Informationen über diese Beteiligung, hatten Investoren damals die Möglichkeit zu entscheiden, selbst auch diesen Aktientitel in der Phase der Übertreibung innerhalb des Energie-Sektors zu kaufen.
Wollten Anleger die Titel-spezifischen Risiken jedoch vermeiden und wollen sie trotzdem gleichzeitig an diesem Thema partizipieren, liesse sich in einem solchen Fall auch ein ETF auf den Energie Sektor kaufen, welcher mit einer globalen oder regionalen Allokation entsprechend den Energie-Sektor abbildet. Dass nun in diesem Fall die einzelne Aktie von Occidental Petroleum viel besser abgeschnitten hat als der globale Energie-Sektor, zeigt die folgende Abbildung.

Chart Performance Occidental Petroleum vs. Globaler Energie ETF vs. MSCI World Index
(Periode: 31. März 2020 bis 31. Dezember 2022)
Quelle: Yahoo Finance, 9. Januar 2023

Investment Call:
Positiv: Zukäufe Herbst 2020 (September-Oktober) sowie Aufstockung im Herbst 2021; Gewinnmitnahmen und optimaler Verkaufszeitpunkt sämtlicher Positionen im Energie Sektor (Öl und Gas) im August 2021;
Negativ: Aufbau Position im April 2020 etwas früh; erste Gewinnmitnahmen ab März 2022 etwas früh (Grund: grosses Portfolio Gewicht welches durch den starken Preisanstieg bzw. durch die fallenden Kurse der weiteren Anlagen resultierte;
Aktuell: Keine Positionen im Energie Sektor (Öl & Gas);
Risiko: – (Verpassen eines Ölpreisschocks, aktuell eher unwahrscheinlich);

 

Beispiel 3: Übertreibungen bieten Anlagechancen – Kauf von Dividenden Titeln
Aktienkurse wiesen eine starke Sommerperiode auf. Die positive Bewegung mündete in einer regelrechten Euphorie welche im August abrupt ihr Ende fand (vgl. Sentiment Indikator oben).
Grundsätzlich bringen Aktien mit hoher Dividendenrendite eher Stabilität ins Portfolio, da sie weniger Schwankungsanfällig sind. Der Ausverkauf von Aktien im Herbst erfasste nun auch diese Titel welche sonst defensiven Charakter aufweisen und somit weniger anfällig auf starke Kurskorrekturen sind. Bevor Investoren sich von Aktien mit hohen Dividendenrenditen trennen, reduzieren sie lieber Positionen, die starken Schwankungen unterliegen, um sie dann womöglich zu einem späteren Zeitpunkt günstiger zurück zu kaufen.

Auch Unternehmen mit hohen Dividendenrenditen wiesen plötzlich neue, für lange Zeit nicht mehr gesehene Tiefstmarken in ihrer Bewertung auf. Die Faktoren wie, die innerhalb eines Tagesverlaufes stark fallenden Kurse ebenso dieser defensiven Aktien, kombiniert mit dem Sentiment Indikator auf Panik Modus, wiesen ende September und zu Beginn des Oktobers auf eine weitere Übertreibung und somit auf eine Kaufgelegenheit hin.
In dem am 27. September 2022 publizierten Beitrag, Stimmungsbarometer mit Kaufsignal – Zeit für die Rückkehr aufs Börsenparkett im grossen Stil? habe ich auch auf ein mögliches solches Szenario hingewiesen (s. langfristig orientierte Anleger).
Zu diesem Zeitpunkt bestand das Risiko, dass die Kurse und damit die Indizes die technischen Support-Levels durchbrechen und somit gegen unten ausbrechen würden. Weshalb sich die Strategie, die Zukäufe über mehrere Tage hinweg zu verteilen, lohnte.

Aufgrund der Verteilung der Transaktionen über mehrere Tage hinweg sowie des längeren Anlagehorizontes bot sich dem Anleger hier die Möglichkeit für den Erwerb von Einzeltiteln wie zum Beispiel in der Schweiz Holcim, Swiss Re, Novartis, in Europa: u.a. Basf, Bayer, BNP Paribas, Credit Agricole, AXA, Orange, Carrefour, Aviva, BHP Group, Vodafone, Husqvarna und in den USA: Dow Inc, Verizon Communications, AT&T, JPMorgan, KraftHeinz, Paramount, CVS Health, Intel, Gap zu investieren.

Natürlich bietet sich auch die Möglichkeit einen ETF ins Portfolio aufzunehmen, welcher sich auf Dividendentitel konzentriert um von den Vorteilen dieses Investment-Produkts zu profitieren.

Chart Europa Dividenden ETF (Periode: 1 Jahr)
Quelle: Yahoo Finance, 9. Januar 2023

Investment Call:
Positiv: optimales Timing Zukäufe von Dividendentiteln (ende September anfangs Oktober); starke Performance sämtlicher oben aufgeführten Einzeltitel (ausser Vodafone);
Negativ: Vodafone
Aktuell: trotz zum Teil sehr guter Performance in kurzer Zeit (20-40%) sind sämtliche Zukäufe noch im Portfolio da es sich grundsätzlich um Positionen mit langfristigem Anlagehorizont handelt (buy & hold);
Risiko: gering bis mittel; attraktive Bewertungen und Dividendenrenditen reduzieren die Volatilität und somit Anfälligkeit auf starke Kursrückschläge;

 

Beispiel 4: Übertreibungen bieten Anlagechancen – China
Mit der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Null-Covid Politik der Regierung hat die chinesische Wirtschaft stark gelitten. Die totale Abschottung einzelner Städte führte zur totalen Schliessung von Fabriken und zu den bekannten Lieferengpässen. Dazu kommen die Unsicherheiten, wie der mit den USA bereits über längere Zeit ausgetragene Handelskonflikt, die politischen Spannung in Bezug auf die Positionierung Chinas gegenüber Russland und in Bezug auf Chinas Verhalten gegenüber Taiwan. Dies veranlasste die Investoren sich eher aus einem Engagement in chinesischen Aktien zurückzuhalten. Kam hinzu, dass die chinesische Regierung Druck auf starke Wirtschaftspersönlichkeiten ausübte, wie dies zum Beispiel dem Gründer von Alibaba, Jack Ma, widerfuhr.

Gerüchte über sogenannte De-Listings, Rückzug von chinesischen Unternehmen, die an den amerikanischen Börsen kotiert sind, insbesondere im Internet Bereich (Alibaba, Pinduoduo, Jd.com, Baidu etc.) heizten spekulative Verkäufe zusätzlich an und sorgten mehrmals für eine Übertreibung bei den Kurskorrekturen und somit für Kaufgelegenheiten über einen ETF auf chinesische Titel oder aber auch einen ETF mit chinesischen Internet Unternehmen.

Chart China Internet ETF (Periode: 1 Jahr)
Quelle: Yahoo Finance, 9. Januar 2023

Investment Call:
Positiv: optimaler Zukauf Oktober am Tiefpunkt, Gewinnmitnahmen Januar 2023
Negativ: Kauf im März zu früh, Zukauf ende September zu früh
Aktuell: Position nach starker Bewegung im Januar 2023 leicht reduziert (Gewinnmitnahme), mittel- bis längerfristiges Investment;
Risiko: mittel bis hoch, da Schwankungs-anfällig aufgrund der weiterhin vorherrschenden Unsicherheiten auch bzgl. der Auswirkung der Aufhebung der Null-Covid Politik.

 

Beispiel 5: Starker Zinsanstieg in den USA – Starker USD
Nach der Bank of England begann auch die amerikanische Zentralbank Fed 2022 aufgrund der hohen Inflationszahlen die Zinsen markant zu erhöhen. Die Europäische Zentralbank EZB und die Schweizerische Nationalbank folgten erst im Herbst mit ihren ersten Zinsschritten. Die stärker laufende Wirtschaft sowie der Umstand höherer Zinsen beflügelte die Nachfrage nach USD und sorgte somit für einen steigenden Greenback (USD). Kam hinzu, dass in Zeiten von Unsicherheiten und Unruhen der USD als stabile Währung angesehen und deshalb als Zufluchtswährung genutzt wird.

Schweizer und Europäische Investoren konnten mit dem Investment in amerikanische Wertschriften mit dem Anstieg des USD im Jahresverlauf sowohl gegenüber dem Schweizer Franke und wie auch gegenüber dem Euro profitieren und damit ihre Verluste auf den Positionen, entstanden durch sinkende Aktienkurse, vielleicht etwas eingrenzen. Eine aktive Währungsstrategie war erst mit dem Überschiessen des US-Dollars ende Herbst notwendig mit einer vorübergehenden Absicherung.

Aktuell hat das USD Exposure quasi die Funktion einer Art Absicherung des gesamten Portfolio Bestandes: Fallen die Zinsen, sinkt der USD, steigen im Gegenzug die Aktienpreise der Wachstumstitel überproportional und umgekehrt.

Chart: USD/CHF Kurs (Periode: 1 Jahr)
Quelle: Yahoo Finance, 9. Januar 2023

Investment Call:
Positiv: long USD bis anfang November; Timing für Verkauf USD Position auf Höchst anfang November, gleichzeitig Eröffnung short USD Position;
Negativ: Short USD Position bereits im November in 2 Schritten geschlossen (0.9430 bzw. 0.9340);
Aktuell: seit ende November sämtliche USD Positionen ohne Absicherung;
Risiko: Mittel, da Abwärtsrisiken auf heutigem Kurs gering; Kosten für eine mittel- bis längerfristige Absicherung sind hoch (Zinsdifferenz USD vs. CHF)

 

Fazit:
Unter anderem die 5 Beispiele der oben aufgeführten Investment Calls haben es ermöglicht, auch in Zeiten von starken Kurskorrekturen an den weltweiten Finanzmärkten, insgesamt eine positive Rendite im Portfolio zu generieren.
Voraussetzung hierzu sind: fortlaufendes Verfolgen und Analysieren der News und Märkte; Verstehen der Märkte in Bezug auf Ereignisse und der daraus resultierenden Bewegungen; Know-how über die Mechanismen, gegenseitigen Einflussfaktoren und Abhängigkeiten verschiedenster Parameter; Wissen über die beste und effizienteste Umsetzung einer Investment-Strategie; vertiefte Produkt-Kenntnisse; Erkennen von Marktchancen; Erkennen von Marktübertreibungen; rechtzeitige Reaktion und rasche Implementierung auf sich bietende Chancen; Absicherungsstrategie erzielter Gewinne; Mut und Überzeugung sich anders zu positionieren als der Grossteil an Investoren in besagtem Augenblick uvm.

Dies ist selbst für interessierte und aktive Anleger nicht gerade einfach, selbst wenn sie das Marktgeschehen mal mehr, mal weniger mitverfolgen. Deshalb freue ich mich in einem zukünftigen Format interessierte Abonnenten genau auf solche Investment Möglichkeiten zu gegebenem Zeitpunkt hinzuweisen und über einen separaten Kanal zu informieren.

SMI technisch überschossen

Der Schweizer Aktien-Index SMI hat sich seit Jahresbeginn von sämtlichen anderen Aktienindizes abgekoppelt. Die Performance liegt nach heutigem Börsenschluss bei fast 9% YTD (year to date). Die Gründe sind vielseitig:

  • Defensiver Index:
    Im Vergleich zu anderen Indizes hat der SMI mit seinen Schwergewichten Nestlé, Roche, Novartis etc. defensiven Charakter. Entscheiden sich Investoren derzeit für ein Aktieninvestment, fällt die Wahl auf eher solche Titel, um bei allfällig ansteigender Volatilität die Verluste zu minimieren;
  • Hoher Anteil an Finanztiteln:
    Nebst den oben genannten Schwergewichten enthält der SMI ein grosses Gewicht an Banken und Versicherungen. Dieser Sektor hat nach dem Entscheid über die Verlängerung zur Aufstockung der Kapitalreserven (s. Bericht vom 16.01.) zuletzt stärker zugelegt;
  • Globale Unternehmen:
    Fast alle im Index enthaltenen Unternehmen agieren global und sind somit in unsicheren Zeiten, in verschiedenen Wirtschaftsregionen agierend, breit abgestützt;
  • Dividenden:
    Der Index bietet einige Titel mit weiterhin attraktiven Dividendenrenditen, weshalb diese Titel derzeit mehr nachgefragt werden;
  • Steuerbefreite Dividendenausschüttungen:
    Schweizer Unternehmen bietet sich die Möglichkeit der Herabsetzung von Kapitalreserven mit der Ausschüttung in Form einer steuerbefreiten Dividende. In der Hoffnung, die Unternehmen wählen diese Form der Kapitalausschüttung, greifen die Investoren vermehrt nach solchen Titeln;
  • CHF:
    Der Schweizer Franken ist und bleibt als Währung der sichere Hafen. Sollte es zu neuen Turbulenzen führen, sei es durch die schlechte Entwicklung der Wirtschaft oder sollte in den USA keine Einigung bzgl. des Schuldenproblems erzielt werden, können auswärtige Investoren mit einer erneuten Erstarkung des CHFs rechnen;
  • Fehlende Alternativen:
    In den fast sämtlichen Industrieländer kommt die Wirtschaft nicht in den gewünschten (Auf)schwung. Bleiben noch wenige Länder, die davon nicht oder weniger betroffen sind (z.B. Schweiz, Neuseeland, Australien)

Die technische Analyse zeigt, dass der SMI mit dem heutigen Tag definitiv überschossen hat. Wir befinden uns mit einem RSI (Relative Strengh Index) von knapp 87 in einem sehr deutlich überkauften und fast nie erreichtenLevel. Die überkaufte Zone beginnt bei  einem Wert ab 70. Eine technische Korrektur noch diese Woche oder spätestens zu Beginn der nächsten Woche ist nun unausweichlich.

Trading Idee:
Mit einem kurzfristigen Trade kann dieses klare Verkaufssignal genutzt werden. Dazu dient ein geeigneter Put Knock-out Warrant. Allerdings wird dies nur erfahrenen Anlegern empfohlen, da die Volatilität und somit das Verlustrisiko grösser sind.

Eine andere Möglichkeit bietet sich mit einem short ETF auf den SMI. Der verfügbare Titel ist doppelt geshortet (2x short): Lyxor ETF daily 2x short on SMI (LYSSL)
Wird nur die Hälfte des im Voraus festgelegten Exposures investiert, verhält sich das Investment wieder wie ein einfacher Short.

Volatilität auf dem Tiefpunkt

Der Chart des CBOE Volatility Index on S&P 500 zeigt die Entwicklung der Volatilität an den Finanzmärkten für die Periode der letzten zwei Jahr. Diese befindet sich derzeit auf einem Tiefpunkt. Klar zu erkennen ist zudem der kurzfristig merkliche Anstieg im Dezember 2012 aufgrund der damals anhaltenden Fiscal Cliff Diskussionen.
Die Volatilität ist ein Mass für die Unsicherheit an den Finanzmärkten. Nimmt diese zu, bringt dies eine steigende Volatilität und somit stärkere Schwankungen mit meist fallenden Aktienmärkten mit sich. Wie bereits in einem vorangehenden Bericht erwähnt, kann ein Tiefststand, wie dies derzeit der Fall ist, als mögliches Anzeichen einer bevorstehenden Korrektur gewertet werden.

Gold (XAU)

Gold gerät aufs Jahresende hin wie im Jahr zuvor etwas unter Druck:

  • Kurzfristig sind Investoren etwas optimistischer:
    1. Für die Lösung der EUR-Schuldenkrise wurde wieder etwas mehr Zeit gewonnen, indem Griechenland die Auflagen für die nächste Hilfstranche erfüllt hat. Darauf folgte auch der Rating-Upgrade von Standard & Poors mit einem stabilen Ausblick.
    2. Investoren gehen von einer Lösung der “Fiscal Cliff” aus. Dies ist auch so im Markt eingepreist. Sollte vor Jahresende keine Lösung gefunden werden, birgt dies die Gefahr von Rückschlägen.
    3. Etwas bessere Zahlen aus der Wirtschaft (China & USA) stützten den positiven Trend bei den Aktien und dem Sentiment generell während den letzten Wochen.
  • Investoren reduzieren etwas an ihren Goldbeständen auf das Jahresende hin (vgl. letztes Jahr).
  • Die Volumen sind in dieser Jahreszeit normal etwas geringer, was zu stärkeren Bewegungen führen kann.

Der Rückfall im Goldpreis auf ca. USD 1650 kann als Kaufgelegenheit wahrgenommen werden. Auch technisch gesehen bietet sich eine gute Chance für den Einstieg/ Erhöhung (s. Chart).

Vgl. hierzu auch Trading Idee vom 6. Dezember 2012

Chart Gold in USD 121221

Gewinnmitnahmen?

Setzen schon bald, noch vor Weihnachten, Gewinnmitnahmen ein?

Weltweit sind die Aktienindizes in den letzten Tagen und Wochen fast unaufhaltsam nach oben geklettert. Aufgrund der Levels könnten nun bald Gewinnmitnahmen einsetzen.

Der DAX z.B. ist bereits kurzfristig überkauft mit einem RSI (Relativ Strenght Index) über 70. Mit dem derzeitigen Momentum kann dieses Level noch etwas höher steigen, bevor der Index zu einer Konsolidierung ansetzt.

EUR knackt die 1.30 nicht

Trotz der Einigung über die nächste Zahlung an Griechenland  über EUR 44 Mrd. fällt der EUR gegenüber dem USD zurück, nachdem er heute morgen zweimal Anlauf auf die 1.3o nahm. Intraday verliert die Währung klar und schliesst bei 1.2940. Somit ist ein stetiger Kursanstieg der letzten Wochen von 1.27 auf 1.30 gestoppt und beim derzeitigen Stand ist kein Ausbruch über dieses Niveau zu erwarten.

Dies ist u.a. auch positiv für den USD/CHF, bleibt der Euro gegenüber dem CHF weiterhin in der Zone von 1.20 bis 1.21 aufgrund der festgelegten Kurslimite durch die SNB.

Die definitive Freigabe der Hilfs-Tranche für Griechenland ist auf den 13. Dezember geplant. Bis dahin müssen die einzelnen EU Länder in den nationalen Gremien die Zustimmung zu den neu beschlossenen Bestimmungen abholen. Mit sämtlichen bis zu diesem Zeitpunkt noch geführten Diskussionen kann  der EUR in den nächsten Tagen weiteren Schwankungen ausgesetzt sein.